Nach einer COVID-19-Infektion, sei es die erste, zweite oder wiederholte Infektion, leiden viele Menschen an mehr oder weniger starken Langzeitfolgen. Abhängig von der individuellen Konstitution können diese Long-COVID-Symptome unterschiedlich ausgeprägt sein. Zu den häufigsten Beschwerden zählen Müdigkeit, anhaltender Husten, Engegefühl in der Brust, Kurzatmigkeit, Herzklopfen, Brustschmerzen, Schlaflosigkeit, Verdauungsstörungen, verminderte körperliche Funktionen, anhaltende Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie bei Frauen Menstruationsstörungen. Diese langfristigen Symptome stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit dar. In seltenen Fällen können aufgrund unzureichender Pflege sogar schwerwiegende Komplikationen oder gar der Tod eintreten. Wie man Long-COVID-Symptome richtig versteht und behandelt, um eine vollständige Genesung zu erreichen, ist daher eine der dringendsten Herausforderungen, vor denen wir derzeit stehen.
Die traditionelle chinesische Medizin (TCM) betrachtet den menschlichen Körper aus einer ganzheitlichen Perspektive und bietet eine differenzierte Diagnose und gezielte Behandlung von chronischen Folgeerkrankungen. Insbesondere bei der Behandlung von Long-COVID-Patienten hat sich die TCM als äußerst wirksam erwiesen. Als Nachfahren der alten chinesischen Heilkunst sollten wir die von unseren Vorfahren überlieferten Heilmethoden nicht vernachlässigen, sondern uns stattdessen intensiv mit diesem Wissen auseinandersetzen. Es ist wichtig, nicht nur die Selbstregulierung zu erlernen, sondern auch die Pflege von älteren Familienmitgliedern zu übernehmen. Dies ist der Weg, um mit großen Epidemien umzugehen, und gleichzeitig die größte Weisheit und das Markenzeichen der TCM.
Abhängig von den Symptomen und dem Stadium der Long-COVID-Erkrankung, möchte ich hier einige Behandlungsansätze vorstellen, die als Referenz dienen können:
1. **Früh- und Mittelstadium mit schweren Symptomen**: Bei hohem Fieber, Halsschmerzen und Gliederschmerzen sollte die Behandlung symptomatisch ausgerichtet sein. Hier können Rezepturen wie die "COVID-Entgiftungssuppe" (basierend auf Rezepturen wie Mahuang Tang, Gegen Tang, Maxing Shigan Tang, Xiaochaihu Tang und Baihu Jia Renshen Tang) angewendet werden. Diese klassischen Rezepturen erfordern jedoch ein tiefes Verständnis der TCM und werden hier nicht weiter vertieft.
2. **Langfristige Long-COVID-Symptome**: Unabhängig von den spezifischen Symptomen liegt der Fokus auf der Stärkung der Milz und des Magens, um die körpereigene Abwehrkraft (Immunität) wiederherzustellen. Rezepturen wie Shenling Baizhu San, die Ginseng (oder Codonopsis), Yamswurzel, Atractylodes, Poria, Süßholz, Platycodon, Coix-Samen und Tangerinenschale enthalten, sind für alle Altersgruppen geeignet. Auch die "Vier-Edlen-Suppe" (Sijunzi Tang) und Xiangsha Liujunzi Tang haben ähnliche Wirkungen und können langfristig eingenommen werden.
3. **Anhaltender Husten und Atembeschwerden**: Hier wird die modifizierte Erchen Tang empfohlen. Neben der Stärkung von Herz und Lunge ist es wichtig, das Qi zu regulieren und Schleim zu lösen. Zutaten wie Pinellia, Tangerinenschale, Poria, getrockneter Ingwer und Schisandra sind entscheidend. Bei starkem Schleim kann auch Asarum hinzugefügt werden.
4. **Ältere Patienten mit chronischen Erkrankungen**: Bei älteren Menschen mit vorbestehenden Herz-Lungen-Erkrankungen oder chronischer Bronchitis ist Vorsicht geboten. Neben Ginseng und Süßholz können auch Perilla-Samen, Rettichsamen und Lepidium-Samen verwendet werden, um das Qi zu senken und Schleim zu lösen. Diese Kombination wird als "Sanzi Yangqin Tang" bezeichnet.
5. **Kinder und geschwächte Personen**: Hier sollten milde Rezepturen wie Xiangsha Liujunzi Tang oder Shenling Baizhu San verwendet werden, die gut verträglich sind.
6. **Halsschmerzen und geschwollene Lymphknoten**: Hier können Süßholz, Platycodon, Patrinia und Coix-Samen eingesetzt werden. Bei schweren Fällen können auch Lonicera und Forsythia hinzugefügt werden.
7. **Durchfall und Bauchschmerzen**: Bei Verdauungsproblemen sollten bittere und kalte Zutaten vermieden werden. Rezepturen wie Liujunzi Tang oder Lizhong Tang sind empfehlenswert.
8. **Übermäßiges Schwitzen**: Dies deutet auf eine Schwäche der Lunge hin. Codonopsis, Yamswurzel und Astragalus können helfen. Bei anhaltendem Schwitzen kann auch Cornus officinalis hinzugefügt werden.
9. **Geruchs- und Geschmacksverlust**: Diese Symptome deuten auf eine Schwäche des Qi hin. Neben der Stärkung des Körpers können auch Asarum, Acorus, Zimt, Chuanxiong und Angelica verwendet werden.
10. **Schwere Long-COVID-Fälle**: Bei schweren Fällen wie "weißer Lunge" sind spezielle Behandlungsansätze erforderlich, die in einem separaten Artikel behandelt wurden.